Schnaps selber brennen

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Schnaps selber brennen
Wie wird hergestellt? 

Während der Prohibition in den USA und auch heute in Skandinavien kamen und kommen viele Menschen gar nicht um das „Schnaps selber brennen“ aus den bekannten guten Gründen herum. Aber auch dort, wo diesbezüglich keine „Notlage“ in der Versorgung besteht, hat sich das Schnapsbrennen inzwischen zu einem beliebten Hobby gemausert. Es ist sogar festzustellen, dass sich immer mehr Menschen mit diesem Thema beschäftigen, vielleicht weil auf diese Weise jeder seine ganz individuelle Geschmacksrichtung umsetzen kann oder weil es schon zu viele Skandale um gepanschten, lebensbedrohlichen Schnaps gab, der mit einem hohen Anteil Methylalkohol verseucht war. Wir wollen hier einen kurzen Abriss darüber geben, wie man einen qualitativ hochwertigen Schnaps selber machen kann – es ist gar nicht so schwer.

Was wird dafür gebraucht?

Die „,“ ist hierbei das Herzstück der Anlage. Dazu gehören dann ein Spiralzylinder, eine Pumpe, eine Öchslewaage, ein Thermometer und ein Alkoholmeter.

Die Zutaten richten sich selbstverständlich nach der Geschmacksrichtung, die am Ende erreicht werden soll. Denkbar sind daher Obstsorten wie Zwetschgen, Äpfel, Birnen oder Trauben, aber auch Getreide und Kartoffeln haben sich bei der Schnapsherstellung (historisch) gut bewährt. Dazu werden die Früchte oder das Gemüse erst einmal gut gewaschen, möglichst klein geschnitten und mit hohem Druck (Kraft) ausgepresst. Dann geben wir der so entstandenen Flüssigkeit etwas Hefe zu.

Ihre Aufgabe besteht darin, den in den Zellen der Pflanzen eingelagerten Zucker aufzunehmen und diesen zugleich in Alkohol umzuwandeln. Jetzt wird verständlich, warum die Früchte so klein wie möglich geschnitten werden sollen, denn diese Prozedur vergrößert die Gesamtoberfläche – die Hefe kann so besser „angreifen“ und wirken. Es entsteht nun eine ganz leicht vor sich hinbrodelnde Masse, die in der Regel als Maische bezeichnet wird. Das Gas, das sie produziert, ist Kohlendioxid (CO2).

Damit kommt endlich die Öchslewaage zum Einsatz. Sie gibt Auskunft über den Zuckergehalt der Maische. In der Destille wird die Maische auf ungefähr 80 Grad Celsius erhitzt (gebrannt). Bei diesem Prozess trennen sich ihre verschiedenen Inhaltsstoffe sequenziell voneinander, wodurch gleich zu Anfang der abgetrennte Alkohol aufgefangen (destilliert) werden kann. Nach dem Alkohol folgen dann noch (temperaturabhängig) weitere Stoffe wie Öle.

Der Zeitaufwand ist natürlich abhängig von der Anlagengröße und der Produktionsmenge. Ein ungefährer Richtwert sind zwei bis drei Stunden für circa fünf Liter Alkohol, wobei wir hier aber im besten Fall von 70 bis 80 Prozent Alkoholgehalt ausgehen. Dazu sollte man wissen, dass Alkohol (wie Schwefelsäure) sehr hydrophil ist, das heißt, er liebt das Wasser so sehr, dass er es sogar aus der Umgebungsluft absaugt.

Die Art und Weise, wie man nun das hochprozentige Ergebnis geschmacklich verfeinert, ist jedem selbst überlassen, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber ein Sicherheitshinweis darf hier nicht fehlen:

Eine wichtige Warnung

Das oben erwähnte sequenzielle Entstehen des Alkohols im Destillierapparat bedeutet, dass die leichtflüchtigen Moleküle mit geringem Molekulargewicht zuerst der Maische entschweben. Dabei handelt es sich um den einfachsten Alkohol, den Methylalkohol (CH3OH). Er ist hochgradig giftig. Schon ein halbes Schnäpschen davon bringt einen erwachsenen Mann ins Koma und ein Doppelter ist tödlich. Deshalb ist es so wichtig, die oberste Alkohollage großzügig zu entfernen (am besten durch Verbrennen vernichten). Aus diesem Grunde war das Schnapsbrennen durch Laien auch zurecht verboten worden. Es waren zu viele „Unfälle“ passiert.